Coromandel Halbinsel und Hobbinton

Wieder einmal hat es sich gezeigt, dass es sich nicht lohnt bei Regen nicht los zu gehen…

Es ist morgens, kurz vor 7 Uhr. Es regnet. Und wir gehen los. In unsere Regenklamotten eingepackt. Eine Stunde Fußweg zur Cathedral Cove liegt vor uns. Der Strand ist berühmt für seine Felsformationen. Highlight ist ein an einen Spitzbogen einer Kathedrale erinnernden Felsbogen, durch den man bei Ebbe hindurch gehen kann.

Für Neuseeland typisch wechselt das Wetter zwischen Sonne und Regen bestimmt dreimal auf dem Weg. Kaum sind wir am Strand angekommen, reißt der Himmel auf. Sonne, blauer Himmel, ein paar weiße Wolken fürs Foto.

Und das Beste: Wir sind noch ganz alleine. Noch keine anderen Menschen in Sicht. Und auch noch keine Fußspuren im Sand. Perfekte Bedingungen.

Neben mir hat jemand ein breites Grinsen im Gesicht und düst los, Fotos machen. Die Zeit bis die ersten anderen Menschen hier eintreffen will ja schließlich genutzt werden. Wir hatten ein wenig gehofft, dass das Wetter andere abschreckt. Aber dass wir so Sonne bekommen, das hätten wir vor 2 Stunden noch nicht zu hoffen gewagt.

Wir können unser Glück kaum fassen. Eine gute Stunde hatten wir den Strand ganz für uns alleine. In der Zeit hat das Wetter drei mal gewechselt, aber es kam nach eine Regenschauer immer wieder die Sonne heraus.
Mittags fahren wir weiter. Etwas südlich auf der Coromandel Halbinsel liegt die Karangahake Schlucht. Zu Zeiten des Goldrauschs (ja, auch Neuseeland hatten seinen Goldrausch) war diese Gegend heiß begehrt. Und immer noch durchziehen verlassene Stollen die Berge, verlaufen Schienen für Loren und für die Eisenbahn durch die Wälder und überspannen Hängebrücken die Flüsse und Schluchten. Teile der alten Anlagen kann man begehen. So gibt es dort einen „Window Walk“. Alte Minengänge sind hier zugänglich gemacht worden und bieten durch „Ausguck-Löcher“ immer wieder Blicke auf die Schlucht von oben.

Am frühen Abend erreichen wir dann schließlich Hobbiton. In der Nähe von Matamata ist auf dem Land eines Farmers das Filmset aus den „Herr der Ringe“ und „Hobbit“ Trilogien zu sehen. In mitten der grünen Hügel liegt das Set versteckt in einem schönen Tal.

Und heute scheint unser Glückstag zu sein. Nach einem heftigen Regenschauer ist der Himmel blau und die Sonne strahlt wieder, es geht noch etwas Wind. Perfektes Hobbit Wetter. Und es kommt noch besser: In Warteschlange für unsere Tour stehen … nur wir beide. Somit bekommen wir eine private Führung durch den Filmort. Es fühlt sich erst ein bisschen komisch an, als wir mit unserem Tourguide in einem Bus, in den normalerweise über 40 Menschen passen, zu den Hobbithöhlen fahren. Aber als wir dann dort sind ist es einfach traumhaft in so einer kleinen Gruppe durch Hobbiton zu streunen. Und die Filmkulisse wirkt wirklich wie im Märchen … die Schäfchenwolken vor blauem Himmel tragen ihr übriges zu der Szenerie bei.

Abends übernachten wir in Rotorua. Nach dem erlebnisreichen Tag haben wir eigentlich einen ruhigen Abend geplant. Eigentlich … Als wir auf einem Flyer jedoch sehen, das im nahe gelegenen Redwood Forest (die Bäume wurden aus Kalifornien importiert) nachts Laternen und Lichter den Wald erhellen, ist schnell klar: das wollen wir sehen.

Das Spannende daran ist: man geht über einen Weg mit Hängebrücken und „schwebenden“ Plattformen in 15 – 20 m Höhe durch den Wald. Überall bunte Lichter, Laternen und Projektionen. Ein tolles Erlebnis. Und ein märchenhafter Abschluss zu einem traumhaften Tag.

  Von Nordland zur Coromandel Halbinsel Heiße Erde - Vulkanismus zwischen Rotorua und Taupo