Das (endgültige) Ende der Formel-1-Karriere-Träume

Der Tag beginnt etwas strukturlos. Und das sollte sich auch ein wenig durch die nächsten Stunden ziehen. Unser erster Weg führte uns zum Gendarmenmarkt, auf der Suche nach einem leckeren Frühstücks-Café. Auf dem Weg dorthin kamen wir am Checkpoint Charlie vorbei. Die Historie dieses Grenzübergangs dürfte grob bekannt sein. Mittlerweile ist das noch verbliebene Grenzhäuschen eingerahmt von McDonald’s, Backfactory und Co. Und ob die Souveniergasmasken aus dem zweiten Weltkrieg bei der Vergangenheit irgendwie angemessen sind, sei Mal dahin gestellt.

Jedenfalls waren wir ja auf der Suche nach einem Frühstück. Und so schön der Gendarmenmarkt auch ist, mit dem Konzerthaus, eingerahmt von den beiden Kirchen: Frühstück haben wir keines gefunden. Gestern sind wir aber am Litfassplatz, in der Nähe der Hackerschen Höfe, am Breakfast & Coffee vorbei gelaufen. Das sah von außen gut aus, und so sollte dann auch das Frühstück schmecken. Es gab u.a. eine coole Kombination aus pochierten Eiern auf gerösteten, dicken Brotscheiben mit Avocado Creme. Und das Schoko-Croissant war auch nicht zu verachten.

So gestärkt haben wir uns dann in’s Getümmel gestürzt. Gegen Mittag erwacht die Stadt so langsam. Immer mehr Menschen suchen die Sonne, erkunden Sehenswürdigkeiten oder kaufen Last Minute Ostergeschenke.

Nach einem kurzen Abstecher in’s „Kulturkaufhaus“ fahren wir gen Westen.

Das KaDeWe ist einfach nur voll. Auch die Läden haben sich verändert seit wir das letzte Mal hier gewesen sind (was zugegebenermaßen schon gute 10 Jahre her sein dürfte). Eine Nobelmarke an der anderen. Nichts Besonderes mehr. Das war vor einigen Jahren noch etwas anders.

Die Straßen sind nun total überfüllt. Menschen mit Tüten strömen in den Straßen rund um’s KaDeWe die Fußwege auf und ab.

Die Bikini-Mall ist da erfrischend anders. Es gibt dort viele kreative Stores, einen leckeren FoodCourt und eine Dachterrasse von der man auch einen Blick zu den Affen im Zoo werfen kann. Und es gibt in der Bikini-Mall einen Fahrsimulator mit echten Fahrzeugen. Vor jedem Auto stehen drei riesige 98″-Screens auf denen man die Rennstrecke sieht. Einfach der Hammer. Die perfekte Steigerung zum Mario-Kart-Simulator in Tokyo. Zur Auswahl stehen ein Audi R8, ein Porsche Carrera GTS und zwei Formel-1-Wägen. Vom R8 wird Rainer sofort abgeraten. Viel zu groß (der Rainer). Der Porsche könnte gehen, allerdings muss da erst noch der Fahrersitz repariert werden. Bleiben noch die beiden Formel-1-Flitzer. Und dann wird auf einmal offensichtlich, was er schon immer befürchtet hatte: die Sitzprobe im Formel-1-Auto ergibt, dass eine Größe von knapp 2m nicht sonderlich geeignet ist für diesen Sport. Irgendwie in den Sitz hineinfalten hat noch funktioniert, aber sobald das Lenkrad angesteckt war ist schnell klar geworden, dass Kurven fahren nur noch schwer möglich ist. Da sind die Knie im Weg. Den freundlichen Hinweis, dass das wohl eher nix wird aber der Flugsimulator ja gehen würde lassen wir Mal so im Raum stehen (wer will schon irgendeinen Airbus fliegen, wenn da ein Formel 1 Auto daneben steht).

Und gehen weiter, Richtung Savigny Platz. Ein richtig schöner Platz, in der Mitte mit Grasflächen, man hört Vogelgezwitscher, und außen herum Cafés, Restaurants und kleine Buchläden.

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel geht es dann auch gleich weiter – wohin wohl? Richtig. Sonnenuntergang gucken. Heute von der Panorama Terrasse auf dem Park Inn Hotel am Alexander Platz. Von der Terrasse blickt man direkt auf den Fernsehturm und den ehemaligen Osten von Berlin. In der Ferne sieht man das markante Dach des Potsdamer Platzes und die Kuppel des Reichstags. Bei chilliger Musik sieht man, wie die Sonne so langsam am Horizont versinkt, der wolkenlose Himmel sich immer tiefer blau färbt und so langsam die Lichter der Stadt angehen.

Auf dem Rückweg zum Hotel kommen wir nochmals am Gendarmen Markt vorbei. Zu später Stunde sind nicht mehr allzu viele Menschen unterwegs. Das Konzerthaus und die beiden Kirchen werden nun schön angestrahlt. Ein Geiger spielt noch ein paar Lieder, die über den Platz hallen.

Und selbst am Zollhäuschen beim Checkpoint Charlie ist nun fast so etwas wie Ruhe eingekehrt.

  Wir fahren nach Berlin Das war 2018 - und die Frage: Kann's noch besser werden? (Teil 1)