Das war 2018 – und die Frage: Kann’s noch besser werden? (Teil 1)

Mittlerweile ist es April. Draußen ist’s schon deutlich wärmer, den Schnee gibt’s nur noch in den Bergen und die ersten Urlaube des Jahres sind auch schon vorbei. Eigentlich gar nicht mehr so die Zeit für Jahresrückblicke. Aber irgendwie wäre es auch schade, für’s letzte Jahr keinen Rückblick zu schreiben. Denn so im Rückblick war’s ja schon ein recht spannendes Reisejahr. Mit gleich zwei Trips, die nur schwer zu überbieten sein dürften. Aber erst mal der Reihe nach.

Polarlichter auf den Lofoten

Fangen wir doch mal mit dem Trip an, bei dem wir uns schon auf der Rückreise gefragt haben: Kann’s noch besser werden? Sollen wir uns jemals wieder Polarlichter ansehen oder werden wir es von nun an immer sehnsüchtig mit dem vergleichen, was wir in den letzten Tagen erlebt haben? Eigentlich kann man’s nicht mal annähernd mit Worten beschreiben. Man könnte Bilder sprechen lassen (die ja bekanntlich mehr sagen als 1000 Worte) aber auch das wird nicht adäquat funktionieren. Es mag jetzt vielleicht kindlich naiv klingen und (auch nach über einem Jahr) noch immer sehr durch eine rosarote Brille gesehen sein.
Aber: Dieses Gefühl, dieses Kribbeln, diese Schmetterlinge im Bauch wenn Du das erste mal unter einem Polarlicht stehst, das sich zuerst langsam und schwach schimmernd am Horizont aufbaut, dann immer stärker wird und sich irgendwann in einem langen, grünlich schimmernden Bogen über dich spannt, wirst Du so schnell nicht vergessen können (wenn überhaupt jemals). Und dann ist es ja auch nicht so, dass das Polarlicht abends Punkt 22 Uhr vor deiner Haustüre erscheint, wild tanzt und man bequem vom warmen Sessel aus zusehen kann. Da war jeden Abend auf’s Neue diese Spannung: gibt’s diese Nacht welche? Wo werden sie sein? Wann werden sie auftauchen? Und mal so grundlegend: wo sind keine Wolken? Letztlich wurde es dann auch der Urlaub mit der geringsten Schlafzeit / dem größten Schlafdefizit. Da wir in fast jeder Nacht Polarlichter sehen konnten und das Wetter auch tagsüber den perfekten norwegischen Winter gegeben hat (entweder mit strahlendem Sonnenschein oder mit Schneestürmen) ging unsere Rechnung nicht so ganz auf, dass wir das Schlafdefizit der Nacht tagsüber wieder reinholen. Aber egal. Sowas erlebt man schließlich nicht jeden Tag.

Nordlichter auf den Lofoten

Nordlichter auf den Lofoten

Abgelegene Siedlung auf den Lofoten

Abgelegene Siedlung auf den Lofoten

Reine aus  der Drohnen-Perspektive

Reine aus der Drohnen-Perspektive

Polarlichter bei Fredvang

Polarlichter bei Fredvang

Robuer im Schneegestöber

Robuer im Schneegestöber

Voll mit diesen Eindrücken saßen wir dann am letzten Tag in Bodo wieder im Flieger und hatten zum Abschluss einen der wohl schönsten Flugabschnitte, auf dem wir jemals geflogen sind. Bei strahlender, tiefstehender Sonne sind wir in Bodo gestartet, entlang der verschneiten norwegischen Küste gen Süden geflogen, rechts das Nordmeer, links die Gletscher und ein fettes Grinsen im Gesicht. Eindrücke gefällig? Hier gibt’s ein paar Bilder aus kalten Polarnächten.

London

Nach dem Naturerlebnis im Februar stand zum Kontrast wieder ein Städte-Trip auf dem Programm. Bei unserem Roadtrip im letzten Jahr durch den Südwesten Englands hatten wir uns seinerzeit gegen ein paar Tage in London entschieden, weil wir das ländliche England kennen lernen wollten (und die Zeit dafür mit drei Wochen eh schon knapp bemessen war). Wir wollten mal sehen, wie sich London im Laufe der letzten Jahre verändert hat und auch mal ein paar andere Seiten der Hauptstadt Englands kennen lernen. Empfangen wurden wir von typisch britischem Wetter, was den Besuch aber nur authentischer gemacht hat (und die dunkel gekleideten Menschenmassen mit ihren dunklen, gegen den Wind kämpfenden Regenschirmen in der morgendlichen Rush Hour wären bei Sonnenschein eh nicht so zur Geltung gekommen).
Beeindruckt hat uns die neue Architektur (hier besonders der Skygarden und die Aussichtsplattform des „Shard“) und auch die vielen Baukräne, welche in der City von London zu sehen waren. Da werden die nächsten Jahre noch einige weitere interessante Bauwerke entstehen. Die Geschichte der Royal Albert Hall war genauso spannend wie ein Spaziergang am Regent-Canal (bei dem man sich stellenweise mehr wie in Amsterdam als in London gefühlt hat). Und zum Abschluss kam dann auch wieder die Sonne hinter den Wolken vor, sodass wir auch noch ein paar freundliche Tage in der englischen Hauptstadt verbringen konnten.

Tower Bridge

Tower Bridge

Regent Canal

Regent Canal

Millenium Bridge mit St Paul's Cathedral

Millenium Bridge mit St. Paul’s Cathedral

Ausblick von "The SHard"

Ausblick von „The Shard“

Ein paar Wochen später stand dann schon wieder die nächste Reise an. Dieses mal wieder etwas ländlicher.

Elsass

Bisher sind wir durch’s Elsass meistens nur hindurch gefahren, häufig auf dem Heimweg von einem Frankreich-Urlaub. Vielleicht mal eine Nacht in Strasbourg geblieben, vielleicht mal in einem der zahlreichen Weindörfer kurz angehalten für eine kleine Pause, aber nicht mehr. Was dieser Region an der Grenze zu Deutschland eigentlich nicht wirklich gerecht wird. Deswegen wollten wir mal ein paar Tage dort bleiben und haben uns dafür ein gemütliches Appartment im Herzen von Colmar ausgesucht. Colmar selbst ist schon ein richtig nettes Städtchen. Und es liegt auch gleich noch sehr praktisch um von dort aus weitere schöne Ecken des Elsass zu erkunden. Die Haut-Koenigsburg ist nicht weit, genauso wenig die elsässische Route des Vins mit ihren bezaubernden Weinstädtchen wie Riquewhir oder Kaysersberg. Und von der Vogesen-Hochstraße hat man immer wieder wunderbare Ausblicke auf’s Elsass und die Rhein-Ebene bis hinüber zum Schwarzwald.

Colmar

Colmar

Hunawhir

Hunawhir

Haut-Koenigsbourg

Haut-Koenigsbourg

Vogesen

Vogesen

Am Ende durfte dann auch Strasbourg natürlich nicht fehlen. Den letzten Tag haben wir dort verbracht, und es war schön, wie immer.

Das war die erste Hälfte unseres Reisejahres 2018. Der zweite Teil des Jahresrückblicks hat es auch noch in sich. Mit Wandern am Steinernen Meer, Sonne, Strand und Wasserfälle in Kroatien und zum Abschluss drei Wochen Roadtrip durch’s Land der aufgehenden Sonne.

  Das (endgültige) Ende der Formel-1-Karriere-Träume Das war 2018 - und die Frage: Kann's noch besser werden? (Teil 2)