Im Osten der Südinsel Neuseelands

Kia Ora Südinsel. Nach einer ruhigen Fährfahrt von Wellington nach Picton starten wir unsere Rundreise auf der Südinsel Neuseelands. Das Einlaufen der Fähre durch die Marlborough Sounds ist ein guter Einstieg.

Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir an der Ostküste entlang Richtung Kaikuora. Die Küstenabschnitte hier sind wunderschön einsam, schwarze Strände und Buchten mit türkisblauem Wasser. Aber es wird auch viel gebaut. Nach dem letzten größeren Erdbeben 2016 wurde hier ein großer Teil der Strecke, die entlang der Küste verläuft, zerstört.

Bei unserer Ankunft in Kaikuora hat es erstmal ein Gewitter. Voll schade. Wir wollten abends noch Robben schauen – die soll es hier auf der vorgelagerten Halbinsel geben. Bei dem Wetter sehen wir allerdings keine Tiere, bis auf ein paar Möwen. Aber gut, bei dem Wetter kann ich jede Robbe verstehen, ich würde auch nicht am Strand liegen wollen. Dafür ist die wolkenverhangene Lichtstimmung über dem Wasser und den Bergen umso besser.

Der Wetterbericht behauptet, das der Nachthimmel frei von Wolken sein soll. Das glauben wir ja nicht.

Nach einem leckeren, frisch gegrillten Steak (der Luxusgrill der Unterkunft musste ja genutzt werden, da zählt die Ausrede 10°C und Regen nicht), schauen wir nochmal zum Himmel. Und tatsächlich klart es auf… Also warme Kleidung anziehen (mittlerweile sind es nur noch 6°C und ordentlich Wind), Stirnlampen auf und los zur South Bay. Am Strand angekommen, gewöhnen sich unsere Augen langsam an die Dunkelheit. Und dann sehen wir die Milchstraße, klar und deutlich, umgeben von unglaublich vielen Sternen. Der Himmel strahlt. Wunderschön (kalt).

Morgens fliegen wir nochmal eine Runde mit Dröhnchen über einem einsamen schwarzen Kiesstrand. Die Wellen schlagen hoch, ansonsten ist es ruhig. Im Hintergrund die mit Schnee bedeckten Berge.

Tagsüber fahren wir weiter zum Lake Tekapo. Über die „Inland Scenic Route“ (72) geht es gemütlich durch die Landschaft. Immer mit Blick auf die noch mit Schnee bedeckten Berge. Entlang der Straße immer wieder mal wieder Weinreben. Ansonsten grüne Wiesen und Hügel. Die Straße ist kurvenreich, es geht gemütlich voran.

Je näher wir den Bergen kommen, desto stärker wird der Wind. Es soll heute nochmal auf 1600m Neuschnee geben.

Auf dem Weg kommen wir an der Rakaia Schlucht vorbei. Der Fluss leuchtet mit seinem türkisfarbenen Gletscherwasser in der Sonne. Eigentlich wollten wir eine Wanderung in die Schlucht machen, was aufgrund des Winds nicht möglich ist. Sehr schade.

Kaum eine Stunde weiter ist es wieder windstill. Es wird wieder grüner, die Bäume treiben und haben frische Blätter, die Obstbäume stehen in voller Blüte. Es ist richtig Frühling.

Nach und nach kommen wir höher hinauf. Vor uns dichte, dunkle Wolken, ab und zu ein kleiner Sonnenfleck. Hinter uns, blauer Himmel mit Schäfchen Wolken. Die Landschaft verändert sich. Die Hügel vermehrt braun, mit steppenartigem Gras bedeckt. Die schneebedeckten Berge kommen näher.

Nocheinmal um eine Kurve und wir sehen den See. Lake Tekapo. Ein See mit klarstem Wasser, umgeben von einem beeindruckenden Bergpanorama. Erstmal zum Ufer, über Steine hinab zum Wasser. Brr. Es ist eisig kalt. Apropos kalt, auch die Luft ist kühler geworden. Es gibt noch etwas Wind der hoffentlich die restlichen Wolken vertreibt.

Lake Tekapo ist einer der dunkelsten Orte der Erde. Die Region wird auch als „International Dark Sky Reserve“ bezeichnet. Dementsprechend will hier jeder Tourist mal nachts zum Himmel hinaufsehen…

  Leuchttürme an der Ostküste Sternenspiel am Nachthimmel