Konnichi wa Tokyo

Heute ist so ein Tag, der mit etwas Anlaufschwierigkeiten startet. Wir stehen vor dem Imperial Palace in Kyoto. Wir haben extra für einen Besuch des Palasts umgeplant und fahren erst nachmittags nach Tokyo, damit wir morgens noch den Palast sehen können. Und dann klebt da ein kleines Schild an einer Säule am Ausgang der U-Bahn Station mit der Aufschrift: Heute geschlossen. Davon war online nichts zu finden. Voll schade. Aber noch ein Grund mehr wieder Mal nach Kyoto zurück zu kommen.

Aber in Kyoto gehen ja die Sehenswürdigkeiten so schnell nicht aus.

Die Alternative: Higashi Hongan-ji. Der Tempel ist beeindruckend. Die einzelnen Gebäude sind unglaublich groß. Die große Halle mit viel Gold, riesigen Balken und Säulen. Alles aus Holz. Einfach hinsetzen, umsehen und staunen.

Anschließend gönnen wir uns ein zweites Frühstück. So gestärkt geht es nun in Richtung Bahnhof.

Dann ein letztes Mal hoch zum Sky Garden am Bahnhof. Und dann ist es an der Zeit zum Gleis zu gehen.

Der Shinkansen fasziniert uns immer noch. Wir stehen schon lange bevor unser Zug kommt am Gleis. Wie geordnet allein schon das Ein- und Aussteigen der Passagiere abläuft. Alle stehen in einer Reihe. Mehrere Angestellte haben alle Türen im Blick. Durch eingeübte Rituale wird sichergestellt, dass kein Kontrollschritt vergessen wird. Die immer gleichen Rituale werden bei jedem einzelnen Shinkansen in immer der gleichen Art und Weise ausgeführt. Der Zug fährt auf leisen Sohlen in den Bahnhof ein, hält kurz an und dann ist der Shinkansen auch schon wieder weg. Schon bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof wird ordentlich beschleunigt. Und so leise wie er in den Bahnhof eingefahren ist, so leise verschwindet er auch wieder. Im Zug selbst merkt man nicht viel von der Beschleunigung. Er fährt ruhig und es ruckelt nur wenig. Und die Beinfreiheit ist unglaublich. Auch große Menschen können hier bequem die Beine ausstrecken.

Für die knapp 460 km benötigt der Shinkansen gerade einmal zwei Stunden und vierzehn Minuten. Kurz nach der Hälfte der Fahrt taucht im Westen der Fuji-san auf. Heute unter einem komplett wolkenlosen Himmel. Der Gipfel ist schon schneebedeckt. Innerhalb von wenigen Minuten ist er auch schon wieder aus dem Blickfeld verschwunden.

Und es dauert nicht mehr lange bis zu unserer Ankunft in Tokyo.

In „unserem“ Stadtteil Shimbashi (Hotel) angekommen, sehen wir schon die ersten Leuchtreklamen an den Hochhäusern. Aber wir wollen natürlich mitten rein. Wir fahren zur Shibuya Crossing. Der Kreuzung, an der (laut Reiseführer) die meisten Menschen gleichzeitig über eine Fußgänger Ampel gehen. Und tatsächlich ist die Menschenmasse sehr beeindruckend. Auch der Lärm. Polizisten mit Pfeifen unterstützen die Ampel Schaltung.

Vom Hikari Building aus (11F Sky Lobby) hat man einen tollen Ausblick. Nicht nur auf die Kreuzung. Die fußbodentiefen Fenster machen das ganze zu einem Erlebnis.

  Tempel und Gärten in Kyoto Tokyo kreuz und quer