„Der Leuchtturm am Ende der Welt“ – Wandern auf Nolsoy

Sieben Uhr morgens. Die Sonne scheint. Wir können es kaum glauben. Und vor allem: Wie lange wird es halten. Lieber doch mal noch die Regenhosen einpacken. Man weiß ja nie. Die Erfahrungen der letzten Tage sind noch zu präsent.

Mit der Fähre geht es heute auf die Insel Nolsoy. Die Insel liegt quer vor Torshavn und schützt damit die Stadt. Auf Nolsoy leben ca. 200 Menschen. Die Überfahrt von Torshavn dauert nur 20 Minuten. Als wir mit der Fähre ablegen hängen über Torshavn noch dunkle Wolken, in Richtung Nolsoy sieht es freundlicher aus. Und portal.fo hat uns einen sonnigen Tag versprochen.

Auf Nolsoy angekommen laufen wir los zum Leuchtturm am Ende der Insel. Der Wanderweg ist mit blauen Stäben markiert und gut zu finden. Zu Beginn geht es leicht bergauf, stellenweise immer wieder kurze Steige, aber diese sind gut zu machen.

Weiter im Verlauf geht es den Hang längs entlang. Es ist flach, aber insgesamt recht feucht und sumpfig. Immer wieder müssen wir mit großen Schritten Wasserläufe oder sumpfige Stellen überqueren. Und wenn meine Schrittlänge zu klein ist, geht es mit Anlauf und Schwung darüber.

Der Leuchtturm versteckt sich bis zum Schluss hinter’m Berg. Nach ca. 6 km haben wir es geschafft: Wir stehen vor dem leuchtend weißen Leuchtturm mit seiner roten Kappe. Am Horizont haben sich ein paar letzte Wölkchen fotogen drappiert. Perfekt für’s Leuchtturm-Foto. Blauer Himmel wäre ja zu langweilig.

Die Wanderung scheint nicht so bekannt zu sein. Mit uns ist nur ein weiteres Paar von der Fähre aus los gelaufen. Dementsprechend ist die Einsamkeit und Ruhe hier am Leuchtturm wunderbar. Ein perfekter Platz zum Picknick machen. Und das Beste: die Sonne scheint noch immer.

Zurück geht es über den gleichen Weg. Es zieht sich etwas, ist aber gut zu gehen. Unterwegs treffen wir nur Schafe. Und Vögel.

Zurück im Ort, bummeln wir etwas um die Häuser und gehen dann noch zur anderen Seite bis zum Ende der Insel (das sind nur noch knapp 2 km).

Im Ort gibt es einige kleine Cafés. Am Hafen kehren wir noch ein und genießen frisch gebackene Waffeln mit Rhabarber-Kompott und Sahne. Dazu gibt es Rhabarber-Spritz (mit frischen Rhabarber-Sirup). (Neben Kartoffeln ist Rhabarber das einzige was auf den Färöer Inseln wächst, dementsprechend gibt es ihn in allen erdenklichen Varianten.)

Mit der Fähre geht es abends bei Sonnenschein und ein paar leichten Wolken zurück nach Torshavn.

Nach einer kurzen Pause (und vor allem einer Dusche) bummeln wir nochmal durch Torshavn, immer noch ein bisschen auf der Suche nach Mittsommer-Feierlichkeiten. Aber wie wir dann erfahren, feiern die Faröer diesen speziellen Tag eher im Freunde- und Familienkreis.

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(Wanderung zum Leuchtturm auf Nolsoy: 12 km, 460 Höhenmeter)

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