Von Dorf zu Dorf

Der Tag beginnt wieder einmal mit Regen. Eigentlich wollten wir heute auf Vagar wandern gehen, aber das Wetter überzeugt uns schnell vom Gegenteil, sodass wir unsere Pläne spontan ändern.

Wandern bei Regen wäre an sich ja nicht weiter tragisch. Aber es gibt hier keine Wanderwege wirklichen, sondern man läuft über Wiesen – meist schräg zum Hang. Unter einem, am Ende der Wiese gerne auch mal der Atlantik. Da ist Trittsicherheit durchaus von Vorteil. Und durchnässte, matschige Wiesen und Schafpfade sind dabei nicht hilfreich (auch wenn es immer wieder faszinierend ist zu sehen, wo ein Schaf überall noch stehen kann).

Wir fahren also nordwärts nach Tjørnuvík, dort soll es aller Wahrscheinlichkeit weniger regnen, behauptet zumindest die dänische Wetter App.

Der kleine Ort liegt in einer Bucht mit schwarzem Sandstrand. Dahinter steil aufragende Berge mit vielen Wasserfälle. Das Wetter ist durchwachsen, aber (noch) trocken. Wir ziehen die Wanderschuhe an und gehen ein Stück bergan den Weg hinauf Richtung Saksun. Der Nachbarort liegt auf der anderen Seite des Berges. Der Pfad führt einmal über den Bergrücken zur anderen Seite.

Unser Ziel ist allerdings nur ein kleines Plateau mit Blick auf die Bucht und den Ort. Die Wolken wandern. Immer wieder Sonnenflecken, die die grünen Grashänge leuchten lassen.

Wieder unten angekommen machen wir bei Nieselregen noch einen Strandspaziergang bevor wir wieder weiter fahren. Die Stimmung ist unglaublich schön. Einsam. Nur das Tosen der Wellen ist zu hören. Ab und an das Kreischen einer Möwe. Das Licht hell. Die Luft absolut klar. Tief einatmen.

Unser nächstes Ziel ist Oyndarfjørður. Der kleine Ort liegt ebenfalls schön am Ufer zwischen zwei Berghängen. Schon die Anfahrt über die kleine Passstraße macht Spaß.

Wir gehen den Wanderweg am Ortsrand hinauf. Die einstündige Tour führt über den Bergsattel nach Elduvik. Der Pfad hat früher die beiden Dörfer verbunden. Heute ist es ein schöner Wanderweg mit wenig Höhenmetern, gutem Weg und viel Ausblick.

Das Wetter ist sehr wechselhaft. Mal hier und da ein Sonnenfleck. Dann ziehen Wolken tief herein und sind auch gleich schon wieder vorbei. Etwas Nieselregen, dann wieder trocken.

Wir sehen nochmal die markanten Felsen von Kalsoy. Der Fjord vor Gjogv ist ebenfalls zu sehen.

Es zieht immer weiter zu. Wir entscheiden uns, den Rückweg anzutreten. Doch der Regen holt uns auf den letzten Metern ein. Nun werden wir doch noch nass. Zum Glück ist das Auto nicht mehr weit.

  Die ersten Puffins! Die Sonne scheint...