Von Robben und endlosen Schotterpisten

Von Myvatn aus fahren wir in Richtung Akureyri – den größten Ort im Norden. Zuerst halten wir am Godafoss – ein halbrunder Wasserfall, der tobend in die Tiefe stürzt. Die Symmetrie des Wasserfalls ist beeindruckend.

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Weiter in Akureyri bummeln wir durch die Stadt – ganz ungewohnt nach den kleinen menschenleeren Örtchen der letzten Tage. Hier bekomme ich nun auch endlich eine neue Regenjacke! Und das ist ein Erlebnis. Es gibt auf Island nicht einfach nur Regenjacken – nein, die erste Frage des Verkäufers ist, für welche Wassersäule die Jacke geeignet sein soll… Man merkt schon, die Outdoor-Klamotten sind hier für andere Verhältnisse als bei uns gemacht. Beim nächsten Island-Besuch fliege ich mit wenig Gepäck und decke mich vor Ort ein.

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Nach einer heißen Schokolade zum Aufwärmen und einem Stück Kuchen fahren wir weiter die Küstenlinie entlang in Richtung Westen. Immer wieder halten wir in kleinen Örtchen wie beispielsweise Siglufjörður oder an der rauhen Küste und bewundern die Felsen, die steil ins Meer abfallen.

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Nachdem wir die rauhe Küste hinter uns gelassen haben, klart das Wetter wieder auf, die Sonne kommt ein wenig heraus und die Landschaft wirkt gleich viel lieblicher.

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Am nächsten Tag fahren wir um die Halbinsel Vatnsnes, auf der man zu Ebbe-Zeiten häufig Robben auf den vorgelagerten Felsen beobachten kann. Und das Wetter meint es heute auch gut mit uns. Es windet leicht, aber die Sonne scheint.
Einen ersten kurzen Stopp machen wir zuvor noch in einem Bauernhofmuseum, wo wir uns die für Island früher typischen Grassodenhäuser anschauen.
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Im Robbenmuseum in Hvammstangi besorgen wir uns eine Karte mit den Straßen der Halbinsel und den besten Plätzen zum Beobachten von Robben. Die besten Robbenbänke sind rund um die Insel verteilt und so fahren gleich los. Ich hüpf‘ innerlich schon auf meinem Autositz auf und ab – und real wohl auch, weil die Halbinsel natürlich wieder nur über Schotterpisten zugänglich ist. 😉

Am ersten Punkt parken wir unser Auto und steigen aus. Der Wind bläst uns entgegen, wir stemmen uns dagegen und laufen in Richtung Meer. Vereinzelt kommen uns ein paar Menschen entgegen, aber ansonsten genießen wir die Ruhe, die Brandung vom Meer, den salzigen Duft und das Gekreische der Vögel. Am Ufer angekommen, klettern wir ein wenig über die Felsen weiter raus und dann sehen wir die ersten Robben. Wie sie sich auf den Felsvorsprüngen räckeln, die Sonne genießen und vor sich hin dösen. Ab und zu streckt sich mal eine Robbe oder hebt den Kopf. Dann kehrt wieder Ruhe in die Gruppe ein.

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Leider haben wir kein Fernglas dabei, aber dafür mache ich ganz viele Bilder mit dem Tele-Zoom-Objektiv.

Nach einiger Zeit – es wird langsam auch n wenig kalt dank dem Wind – gehen wir zurück zum Auto und fahren weiter die Küstenlinie entlang. Immer wieder halten wir und laufen zur Küste und genießen die wunderbare Landschaft.

An der letzten Stelle an der Ostseite der Halbinsel treffen wir auf mehr Leute. Wir gehen zunächst zu einem Aussichtspunkt, von dem man einen Fels im Meer betrachten kann, der wie ein Dinosaurier aussieht. Einige Menschen haben sich auch runter an den Strand und ins Meer getraut (ist ja grad Ebbe) und klettern auf dem Felsen rum.

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Wir gehen ein wenig weiter links runter zum Strand und trauen unseren Augen fast nicht. Auf der Sandbank gegenüber liegen unzählige Robben gemütlich am Ufer, machen fröhlich grunzende Geräusche und zanken sich um die besten Sonnenplätze. Wir können unser Glück kaum fassen und setzen uns auf den Strand und genießen den Anblick.

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Nach einiger Zeit meldet sich dann allerdings unsere innere Uhr und wir brechen schweren Herzens auf. Wir fahren an dem Tag noch weiter auf die Halbinsel Snaefellsnes nach Grundarfjörður. Und das sind noch über 200 km über Schotterpiste, mit einem normalen PKW …

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Auf Snaefellsnes angekommen, hat uns das schlechte Wetter wieder eingeholt. Wir wollten eigentlich 3 Tage bleiben und einige Wanderungen machen. Der Nebel ist allerdings so dicht, dass man von der Küstenstraße aus nicht mal das Meer sieht. Wir machen uns einen gemütlichen Tag und tingeln in den Regenpausen durch die kleinen Ortschaften.

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Und kommt die Sonne doch noch kurz durch die Wolken. Abends, als wir schon nicht mehr damit gerechnet haben. Das Licht ist optimal, der Berg Kirkjufell steckt nicht mehr in den Wolken: Also müssen wir schnell nochmals raus um ein Foto zu machen 🙂

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Da sich am nächsten Tag das Wetter noch nicht grundlegend verändert hat, fahren wir weiter in Richtung Reykjavik.

Unterwegs halten wir noch am Wasserfall Hraunfossar. Er ist besonders faszinierend, weil das Wasser hier aus dem feinporigen Gestein heraus quellt und dann am Fels herunter abstürzt. Wir gehen über die Brücken und Wege rund um den Wasserfall und genießen den Anblick. Man merkt die Nähe zu Reykjavik – wir treffen hier auf einige Touristen. Wir müssen uns jetzt wieder an größere Menschenmassen gewöhnen. 😉

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  Hochlandtour zur Askja Landmannalaugar und der brennende Berg