Wolkenspiel – Färöer und das Wetter

Der erste Blick morgens nach Draußen: Nebel und Wolken. So weit, so gut. Heute wollen wir die zweite Wanderung auf Vagar machen. Es soll zum See Leitisvatn (oder Sørvágsvatn, da sind sich die Färöer nicht so einig) gehen.

Nach dem Frühstück kurz alles packen und los. Kaum sind wir im Auto sehen wir auch schon die ersten Regentropfen auf der Frontscheibe. Na Super. Nochmal im Regen wandern muss nicht sein. Die Aussicht ist nicht so prickelnd. Zumal das Ziel der Tour eine Klippe ist, an der man schöne Fotos machen will. Dicke Wolken und Regentropfen stören da eher (siehe auch unser Tag auf Mykines).

Also wieder mal eine spontane Planänderung. Wir fahren in Richtung Torshavn. Die alte Straße nach Torshavn über Nodradalur soll recht schön sein. Und ist sie dann auch.

Die Landschaft ist auch bei Regen faszinierend. Vor allem gibt es unglaublich viele Wasserfälle, die überall die Berghänge herab stürzen.


Kirkjubøur ist ein kleiner Ort – mitten im Nirgendwo. Und doch ist es die älteste Siedlung auf den Färöer Inseln. Einst gab es hier sogar mal eine Kathedrale. Hätte man hier nicht erwartet. Und hier scheint die Sonne. Einen Bergrücken weiter hat es noch geregnet. Das Wetter ist hier kaum vorhersagbar. Neben der dänischen Wetter-App DMI leistet uns der Dienst portal.fo gute Dienste (nun ja, so gut wie das halt hier auf den Inseln möglich ist). Die grobe Tendenz der Vorhersagen passt meistens. Aber es ist eben auch ein schwieriges Terrain für Wettervorhersagen, so mitten im Atlantik, mit zerklüfteten Inseln… Immerhin die Temperaturangaben zwischen 8 und 12 Grad treffen so gut wie immer zu (und das rund um’s Jahr).

Mittlerweile frischt der Wind auf und die Wolken wandern sehr schnell. Das nutzen wir und fahren zum Aussichtspunkt Sornfelli hinauf. Von hier oben hat man einen tollen rund um Blick. Es ist faszinierend den Wolken zu zu sehen. Wie schnell sich das Himmelsbild verändert. Gerade noch hat man die vielen Inseln gesehen, kurz darauf dann nur noch Wolken. Hier und da wieder ein Sonnenfenster oder sogar ein Stückchen blauer Himmel.

Keine Minute später als das letzte Bild…

Abends bummeln wir durch Torshavn. Die größte Stadt und auch die Hauptstadt auf den Färöer Inseln. Am Hafen gibt es den alten Kern von Torhshavn zu sehen, Restaurants und viele Boote, die hier vor Anker liegen.

Heute ist Mittsommernacht – der längste Tag im Jahr. In vielen Teilen Skandinaviens wird dieser Abend gefeiert – das durften wir beispielsweise schon einmal in Bergen, Norwegen miterleben. Hier ist es aber eher ruhig. Wir haben verschiedene Personen gefragt, aber keiner konnte uns so recht sagen, ob und wie gefeiert wird. Man liest öfters, das es Tradition ist abends auf den höchsten Berg zu wandern und die Nacht dort zu verbringen bis die Sonne wieder aufgeht (Sonnenuntergang ist an dem Tag gegen 23:22 Uhr, Sonnenaufgang um 3:36. Richtig dunkel wird es dabei nicht wirklich). Andere sagen, dass es am Strand von Torshavn ein Sonnwend-Feuer geben soll. In der Stadt ist jedenfalls nichts los. Warten wir mal morgen ab.

  Die Sonne scheint... "Der Leuchtturm am Ende der Welt" - Wandern auf Nolsoy