Überraschung zum Frühstück – Moschus-Ochsen im Dovrefjell Nationalpark

Heute verlassen wir unsere liebgewonnene Hütte in Vågåmo und machen uns auf den Weg zur zweiten Großstadt auf unserer Norwegen-Reise: Trondheim. Auf dem Weg dahin wollen wir noch eine kleine Wanderung im Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark machen. Vom Aussichtspunkt Snøhetta soll man einen prächtigen Blick auf die Hochebene im Park haben mit der Snøhetta, dem höchsten Berg, im Hintergrund. Wenn die Wolken mitspielen. Und mit viel Glück kann man in diesem Park auch Moschus-Ochsen sehen. Es soll dort mittlerweile wieder 300 Tiere geben … auf einer Fläche von 1.693 km². Schauen wir mal …
Direkt von der E6 weg geht die kurze Wanderung (ok, eher ein Spaziergang) auf einem guten, breiten und geschotterten Weg leicht bergan. Die Landschaft ist schon sehr karg, hier und da noch Büsche. Ansonsten Flechten, Moose und niedriges Gestrüpp. Alles in braun, dunkelgrün, Tarnfarben. Die Wolken passen farblich super in’s Bild. Nur eine kleine Wolkenlücke findet sich am Himmel, ein erstes Blau strahlt zwischen den Wolken hervor.

Auf dem Weg unterhalten wir uns gerade darüber, dass man hier in seltenen Fällen Moschusochsen sehen kann. Tags zuvor haben wir noch recherchiert, wo man eventuell welche sehen kann und wie man sich dann verhalten soll. Eigentlich sind sie ja Pflanzenfresser, aber man weiß ja nicht, was in einem Moschus-Ochsen so vorgeht, wenn er bunt gekleidete Wanderer zum Frühstück sieht. Jedenfalls ist es wohl gar nicht so einfach, die Tiere überhaupt zu erkennen.
Ich: “Es ist wohl gar nicht so einfach, die Tiere in der Ferne zu erkennen. Durch das braun ihres Fells heben sie sich fast nicht von ihrer Umgebung ab. Irgendwann meint man, da ist ein Fels, der sich bewegt.”
Sie: “Da bewegt sich ein brauner Stein”
Ich: “WO???”
Sie: “Da, keine 50m vor uns …”
Einer von fünf Moschusochsen starrt uns direkt an. (Und wir zurück…) Damit haben wir nicht gerechnet. Krass …

Schnell das richtige Objektiv auf die Kamera, zwei, drei Fotos machen und dann in großem Bogen mit einem Abstand von ca. 200m mindestens vorbei gehen. Zu der Zeit sind noch wenige Menschen unterwegs. Die Tiere fühlen sich wohl noch nicht gestört, auch wenn sie uns vermutlich wahrgenommen haben. Das Beruhigende: Sie haben keine Kinder dabei. So grasen sie genüsslich weiter, wir beobachten sie noch eine ganze Weile fasziniert und machen uns dann weiter auf den Weg zum Aussichtspunkt

Der Aussichtspunkt mit einer schicken “Schutzhütte” wird dann schon fast zur Nebensache. Doch auch ohne Moschusochsen-Erlebnis lohnt sich der Abstecher hinauf. Die Schutzhütte ist eine Box aus Eisen und Stahl, mit einer Fensterfront die in den Park Richtung Snøhetta zeigt. Im Innenraum Bänke aus geschwungenem, fein verarbeitetem Holz und ein Holzofen. So kann man auch mal gut einen Regenschauer überdauern.
In der Ferne kann man zwischen den Wolken die Spitze der Snøhetta erahnen. Dazwischen eine weite Ebene. In der Ebene befinden sich regelmäßige Muster die aussehen, als ob sie von Außerirdischen erstellt wurden. Vermutlich haben sie aber einen ganz irdischen Sinn und Zweck.

Ein paar Kilometer weiter nördlich gibt es noch einen “botanischen Garten”. Hier kann man die heimischen Pflanzen in einem kleinen Felsengarten erleben. Na ja, würden wir nicht so nennen. Um diese Jahreszeit wächst hier nicht viel, und das was wächst sieht man auch auf den Wanderungen in der Umgebung. Aber er ist schön angelegt.

Nachmittags kommen wir nach Trondheim (nach einer gefühlt langen Fahrt mit 70km/h auf guten Straßen…). Trondheim ist eine tolle Stadt. Lebhaft, trubelig.

Bakklandet ist ein moderner Stadtteil, der Altes und Neues verbindet. Teile der alten Hafenanlagen sind in neue Bauwerke integriert. Hier und da noch ein Kran, die alte Schleuse einfach zu betoniert und mit Wasser gefüllt, so dass ein gemütliches Flair entsteht.

In der “Altstadt” stehen die berühmten bunten Holzhäuser am Wasser. Die ehemaligen Speicher wurden die letzten Jahre umgebaut und beherbergen nun Wohnungen und Büros. Über die “alte Brücke” gehen wir zur größten gotischen Kathedrale Skandinaviens. In der Innenstadt dann ein buntes Gemisch an Häusern. Mittendrin das Haus der Königsfamilie, in welchem Sie wohnen, wenn sie in der Stadt sind – Es ist eines der größten Holzhäuser weltweit.

  Außerplanmäßig am Geiranger Fjord Atlanterhavsvegen