Wir wollen uns heute die Alfama näher anschauen. Bisher waren wir nur bei den Aussichtspunkten und dem Castel Sao Jorge gewesen, aber da gibt es noch mehr. Zudem wird uns irgendwann die Frage beschäftigen, in welcher Stadt gibt es mehr Tuk Tuks: in Bangkok oder hier in Lissabon. Aber dazu später mehr.
Wir starten heute bei den Kreuzfahrt Terminals. Zuerst geht es mal wieder steil den Berg hoch zur Kirche Igreja de Santa Engrácia, dem Panteão Nacional. Passenderweise laufen wir genau zur Mittagszeit los. Bei warmem, drückenden Wetter. Da wechselt man gerne mal die Straßenseite für den Fußweg, der im Schatten liegt.
Im Pantheon liegen wichtige Persönlichkeiten der portugiesischen Geschichte. Der bekannteste unter ihnen dürfte Vasco da Gama sein, der Seefahrer und Entdecker, der als erstes um das Kap der guten Hoffnung gesegelt ist auf dem Weg nach Indien.
Die Ausmaße des Innenraums sind beeindruckend. Ebenso wie die Terrasse auf dem Dach. Auf Höhe der Kuppel kommt man raus und genießt Ausblicke auf Lissabon.






Weiter geht es zum Kloster Mosteiro de São Vicente de Fora. Ein Großteil der Außenfassade versteckt sich hinter einem Gerüst. Aber innen ist noch viel zu sehen. Vor allem unendlich viele Wandbilder mit bemalten blauen Fliesen.
Die manchmal einen schönen Kontrast zu den roten Baustellenabsperrungen geben. Trotzdem scheint der Kreuzgang nichts von seinen optischen Reizen durch die Baustelle zu verlieren. Zumindest treffen wir immer mal wieder auf ein Pärchen, welches vermutlich nicht primär Fotos von den blauen Fliesen und dem Kloster macht sondern eher andere Objekte bzw. Subjekte im Fokus hat. Als er sie dann filmt, wie sie durch die Klosterkirche “schwebt” wird es doch leicht schräg…
Auch dem Kloster kann man auf’s Dach steigen. Der Weg hier ist nicht so weit und so nehmen wir auch die zweite Aussicht gerne mit. Ein schöner Abschluss des Kloster Besuchs, der sich wirklich gelohnt hat.











Direkt gegenüber des Klosters liegt die Fora Artisan Bakery – perfekt für einen Mittagspausen Stopp.

Wir bekommen zwei Plätze direkt amneingang. Und direkt vor der Tür, fuhrt die Strecke der historischen Tram vorbei.
Vor dem Kloster stapeln sich schon wieder sie Tuk Tuks. Alfama ist ein sehr hügeliger Stadtteil. Man läuftnquasi ständig auf und ab. Auf dem teils groben Kopfsteinpflaster kann das schon mal ermüdend und mühsam sein. Da sind die elektrischen Tuk Tuks schon sehr praktisch um von A nach B zu kommen. Es gibt aber mittlerweile super viele Tuk Tuks für Touristen. Und da ist es manchmal schon lästig, wie oft man angesprochen wird… Und vor Sehenswürdigkeiten ist dann meist alles zugeparkt und voll. Nicht so das Feeling, welches man sich vielleicht erhofft hat. Aber gut, es ist Lissabon.

Für uns geht es zu Fuß nicht weiter den Berg hoch zum Aussichtspunkt Miradouro da Senhora do Monte. Etwas höher noch als der gestrige Miradouro da Graça und vielleicht auch ein Kandidat für den Sonnenuntergang und die blaue Stunde. An sich eine schöne Aussicht auf die Altstadt, die Burg und das Gegenüber liegende Ufer mit der Christusstatue. Aber für wirklich schöne Fotos stört dann doch der etwas in die Jahre gekommene Wohnblock neben dem Aussichtspunkt. Und so genießen wir die Aussicht auf Lissabon, staunen wieder mal über die Massen an Tuk Tuks und machen uns wieder auf den Weg nach unten.



Statt den direkten Weg zu nehmen folgen wir der Tramstrecke. Es ist schon lange keine Tram mehr vorbei gekommen. Was uns etwas verwundert. Je weiter wir runter kommen, desto mehr wundern wir uns. Also, nicht mehr so sehr darüber, dass keine Tram mehr kommt, sondern um das ganze “Drumherum”. Als wir uns dem Miradouro de Santa Luzia nähern, haben wir wieder mal einen dieser “Disney Land” Momente. Aus der Kneipe am anderen Ende des Platzes dröhnt uns ABBA entgegen, um uns herum ein Stimmengewirr aus Französisch, Englisch und Deutsch. Überall werden Selfies gemacht oder man knipst sich gegenseitig. Und am Straßenrand warten wieder die Tuk Tuks auf fußmüde Touristen. Und dazwischen in dem ganzen Trubel und gewusel ein kleiner Stand zum Thema Overtourismus in Lissabon. Er wirbt für ein Umdenken: mehr lokale Bewohner in den vierteln, weniger Touristen und Ferienwohnungen. Er wirkt in der ganzen Szenerie wie ein Fremdkörper. Und er hat ja so recht. Ich meine, wir waren die letzten Jahre auch an vielen Orten, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben. Aber hier wirkt es an diesem Samstag Nachmittag wie unter einem Brennglas, auf dem sich so viel Facetten hier auf diesem einen Platz, in diesem einen Viertel fokussieren.




Wir laufen den Weg noch weiter bis zur Metro Station. Und irgendwie, es ist einfach nur Wahnsinn… Es ist voll, laut, dreckig, viele Leute sind rücksichtslos, betrunken. Krass, wir auch die Stadt in den letzten knapp 10 Jahren seit wir das letzte Mal hier gewesen sind, verändert hat.
Unten angekommen schlendern wir noch ein wenig durch die Gassen, wollen zur Metro Station laufen und uns auf dem Weg dahin noch den Bahnhof Rossio kurz ansehen. Wir wundern uns ein wenig über das Polizeiaufgebot, die Absperrungen auf den Straßen. Und sehen etwas weiter weg auf der Avenida da liberdade schon sowas wie ein Demonstration. Als wir aus dem Bahnhof wieder raus kommen stehen wir mitten in der Parade zum Christopher Street Day. Und sind wieder mitten im Trubel. Dieses Mal aber ein angenehmer Trubel.







Letztendlich erreichen wir irgendwann die Metro Station Avenida, fahren zurück zum Hotel und machen uns fertig für einen Abendspaziergang.
