Von Kristiansund nach Andalsnes

Nach nur zwei Tagen verlassen wir unser Apartment in einer alten Fabrik an der Küste schon wieder. Bevor wir weiter nach Åndalsness fahren bummeln wir morgens bei Nieselregen noch ein wenig durch Kristiansund. Die Stadt hat im zweiten Weltkrieg aufgrund ihrer Industrie stark gelitten und so ist nur noch ein sehr kleiner Altstadtkern vorhanden. Die Lage der Stadt ist jedoch etwas besonderes: über vier Inseln verteilt und mit Brücken und Tunneln verbunden.

Unser nächstes Ziel: Andalsnes. Wir freuen uns, dass das Wetter noch hält und machen uns direkt auf den Weg zu unserer heutigen Wanderung. Dazwischen liegt noch etwas Strecke mit Tunneln, Fähren und viel Wasser rundherum.

Über eine Mautstraße (man gewöhnt sich schnell an die komfortablen Mautschranken, die sich beim Hinhalten einer Kreditkarte wie von magischer Hand öffnen) geht es in’s Vengadal. Am Parkplatz sinkt unsere Hoffnung auf die Wanderung jedoch rapide. Hier im Tal liegt noch relativ viel Schnee und ein Weg ist nicht wirklich zu erkennen. Wir sind allerdings nur auf 600 Meter über dem Meer, was in den Bergen weiter im Süden schon schneefrei war und die Wanderungen in solchen Höhen gut machbar. Wir versuchen unser Glück trotzdem, machen uns auf den Weg und folgen vorhandenen Fußspuren durch den Schnee. Allerdings wird schnell klar, das die Schneeschmelze zu weit fortgeschritten ist und es einfach zu unsicher ist, weiter zu gehen. Als wir kurz durch die Schneedecke einbrechen kehren wir um. Sehr schade. Die Aussicht von dem “Litlefjellet” sieht auf Bildern sehr verlockend aus. Doch die Vernunft siegt und wir kehren um.

Statt dessen fassen wir den Plan, in einem Sommer oder frühen Herbst wieder einmal in diese Gegend zu kommen. Dann sollte auch der Aursjøvegen befahrbar sein und auch die anderen Wanderungen, die wir aufgrund von Schnee dieses mal nicht machen konnten, sollten dann begehbar sein.

Wir nutzen das noch trockene Wetter und fahren den berühmten Trollstigen hinauf. Aktuell gibt es hier gefühlt Wasser ohne Ende, das sich in tosenden Wasserfällen in’s Tal stürzt. Die Wassermassen sind mit Worten nicht zu beschreiben. Da werden die Kurven des Passes kurzzeitig zur Nebensache. Doch oben angekommen lohnt der Blick auf die berühmten Kurven des Trollstigen einfach immer. Wir haben Glück, der Pass hat erst vor ein paar Tagen geöffnet. Es gab wohl im April eine große Lawine, die einige Schäden, v.a. auf der Passhöhe angerichtet hatte. Gegen Ende unseres Ausflugs gab’s sogar noch etwas Sonne (nachdem wir zuvor nass geworden sind).

Morgen soll es den ganzen Tag regnen. Da wird wohl unsere geplante Wanderung ebenfalls ins Wasser fallen. Vielleicht gibt es ja ein paar Wasserfälle. Die haben jedenfalls viel Wasser aktuell!

Wir müssen auf jeden Fall hier nochmals wieder kommen. Später im Jahr. Die Nationalparks zum Wandern sind unglaublich schön. Reinheimen, Breheimen, Dovre, Rondane und Jotunheimen.

  Insel Smøla und Veiholmen Papageientaucher auf Runde