Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Die Ostseeküste gilt ja bekanntlich als eine der schönsten Gegenden Deutschlands. Weite Strände, traditionsreiche Hansestädte und wundervolle Natur sind eigentlich genügend Argumente, sich diese Landschaften Mal genauer anzusehen. Bis zu diesem Jahr hat es sich für uns nie so richtig ergeben, dass wir den Nordosten Deutschlands bereisen. Aber dieses Jahr ist ja bekanntlich vieles anders. Und so sind wir schon zum zweiten Mal hier oben im Norden Deutschlands. Im Sommer haben wir mit einem Campervan auf unserer Deutschlandtour die Ostseeküste rund um Wismar besucht. Und nun sind wir schon zum zweiten Besuch innerhalb von ein paar Monaten hier oben. Die Halbinsel Fischland, Darß, Zingst haben wir uns ausgesucht.
Nachdem der gestrige Tag ziemlich verregnet war haben wir uns nur kurz Prerow und Zingst angesehen. Zingst legt sehr viel Wert auf Fotografie und bietet rund um das Thema diverse Services und Ausstellungen an. Eine Besonderheit an der Zingster Seebrücke: Besucher können am Ende der Seebrücke n einer Art Tauchglocke die Ostsee unterhalb der Wasseroberfläche erkunden.

Der heutige Tag geht schon besser los. Die Sonne scheint schon ein wenig durch die Wolkendecke und so machen wir uns auf den Weg zum Darßer Ort mit seinem Leuchtturm. Die Wanderung dahin durch den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft dauert ungefähr vier Stunden bei einer Länge von knapp 17 km.
Wir laufen los, tüfteln noch ein wenig an der besten Route … Und biegen nach ein paar hundert Metern in den nächsten Fahrradverleih ab. Und wie sich am Ende des Tages heraus gestellt haben wird, war das eine sehr gute Entscheidung gewesen.
Wir radeln nun also mit unseren Leibrädern zum Darßer Ort. Es ist noch Recht früh am Morgen und so ist noch nicht viel los auf den Wegen durch den Darßer Urwald. Einen Urwald mag man an der Ostsee nicht direkt vermuten, jedoch wird der Wald schon seit Jahrzehnten sich selber überlassen. Es wird kein baum gefällt, kein totes Holz entfernt. Und so wirkt der Wald an manchen Stellen richtig verwunschen. An anderen Stellen zeigt er sich mit gelbem Laub von seiner herbstlichen Seite. Wobei der Sturm vor knapp zwei Wochen schon dafür gesorgt hat, dass die meisten Blätter schon am Boden liegen.

Nach einer knappen Stunde kommen wir  über diverse Umwege und Fotostopps am Darßer Ort mit seinem Leuchtturm an. Das besteigen des Turms ersparen wir uns in Zeiten von Corona. Statt dessen biegen wir gleich auf einen Rundweg durch die nördliche Spitze des Nationalparks ab. Zum Teil auf Planken, zum Teil auf sandigen Wegen führt der Weg durch eine wunderschöne Landschaft mit viel Wasser, Schilf und knorrigen Bäumen. Kraniche sollen hier auf ihrem Weg Gen Süden Rast einlegen. Aber dieses Jahr waren die Winde wohl ungünstig für den Kranichzug in die Winterquartiere. Aber eine Herde Hirsche sehen wir in der Ferne grasen. Die Geweihe sehen durch das Fernglas schon sehr beeindruckend aus. Das letzte Stück des Rundweges laufen wir am Strand. Der Wind frischt auf und bläst die Wolken weg. Der fast einsame Strände von vorhin ist nun gut bevölkert. Kinder lassen Drachen steigen, vereinzelt suchen Menschen nach Bernstein im Kies und vermutlich alle genießen die Sonne.

Bei dem ganzen Trubel suchen wir uns ein ruhigeres Fleckchen. Der Strandabschnitt ist das nördliche Ende des Weststrand. Laut eigener Aussage einer der schönsten Strände Europas aufgrund seiner Ursprünglichkeit und seiner Natürlichkeit. Wenn man sich die Masse an Menschen hier so ansieht, mag man’s nicht ganz glauben. Deswegen fahren wir ein Stück südlicher, weg vom Leuchtturm, zu dem man auch mit Pferdekutschen kommen kann.
Weiter unten ist der Strand dann schon einsamer und rauer. Oben an der Düne stehen vom Wind gezeichnete Bäume. Holzstämme liegen am Strand und der Wind hat nochmals etwas aufgefrischt. Schon besser…

In den nächsten Tagen wollen wir uns den südlichen Teil des Weststrand noch ansehen. Könnte sich lohnen.
Wir steigen wieder auf unsere Fahrräder und erkunden noch ein wenig vom nördlichen Teil des Nationalparks. Auf dem Weg zurück nach Prerow kommen wir am Camp Regenbogen, einem riesigen Campingplatz auf dem man in den Dünen campen kann und der schon zu DDR-Zeiten berühmt war.
Wir fahren noch ein wenig an der Küste entlang und geben nach einem tollen Tag unsere Fahrräder wieder zurück.

  Deutschland 2020 - Ein Roadtrip durch die Heimat Pramort - wo Kraniche auch mal Pause machen