Pramort – wo Kraniche auch mal Pause machen

Auf ihrem Weg in die Winterquartiere im warmen Süden legen die Kraniche Mitte Oktober gerne eine Rast an der Ostseeküste ein. Östlich von Zingst in der Nähe von Pramort gibt es ein geschütztes Gebiet, Teil des Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, in welchem sie ungestört übernachten können. Am späten Nachmittag und in der Nacht ist der Zugang zu diesem Gebiet streng reglementiert und man kann nur mit einem Permit die Kraniche beobachten. Von vormittags bis in den frühen Nachmittag hinein kann man das Gebiet auch ohne Permit erkunden. Und das ist der Plan für den heutigen Tag.

Nachdem das Radeln gestern so gut geklappt hat, führt uns unser erster weg früh morgens gleich wieder zu einem Fahrradverleih. Die Strecke von Zingst nach Pramort ist nochmals ein paar Kilometer länger als bis um Darßer Ort.

Von Zingst aus fahren wir auf dem Deich Richtung Osten. Der Himmel ist noch wolkenverhangen, aber durch den (Rücken-) Wind erhoffen wir uns, dass sich die Sonne bald blicken lässt.

Wir halten immer wieder kurz an um die Landschaft zu bewundern. Der Strand von Zingst ist kilometerlang. Die Route führt nun weg von der Ostsee, aber immer noch auf dem Deich entlang. Bis zur Ostsee erstreckt sich nun eine Art Moorlandschaft. Mit viel Schilfgras, soweit das Auge reicht. Dazwischen einzelne Bäume, manchmal auch nur noch Baumstämme, welche sich zum Teil bizar in den Himmel recken.

Oben am Himmel kreisen zahlreiche Vögel und Gänse. Ab und zu fällen uns ziemlich große Vögel auf. Unsere ornithologischen Kenntnisse sind zwar recht beschränkt … Aber das sind bestimmt ein Seeadler … Muss ja so sein. Immerhin soll es diese hier geben.

Das zweite Ziel neben Pramort ist sie „Höhe Düne“. Hohe Dünen gibt es hier so einige. Um zu dieser Düne zu kommen stellen wir unsere Fahrräder ab und laufen die letzten zweieinhalb Kilometer. Der Weg dorthin führt durch eine Moorlandschaft. Rehe kreuzen unseren Weg. Die Farben des Schiffs und der Birken mit ihren gelben Blättern geben einen tollen Kontrast zum mittlerweile blauen Himmel. An der hohen Düne erwartet uns eine Aussichtsplattform, damit man über die Düne sehen kann. Dahinter die Ostsee, in der Ferne kann man schon Rügen und die Insel Hiddensee erkennen.

Wieder zurück bei unseren Fahrrädern nehmen wir die letzten beiden Kilometer bis Pramort in Angriff. Durch den kräftigen Rückenwind vergehen diese wie im Flug. Und wir bekommen eine Vorahnung, wie mühselig die Rückfahrt werden könnte. An Pramort gibt es für die Kraniche eine Vogelbeobachtungsstation. Nachdem es gerade keine Kraniche zu sehen gibt, machen wir uns flugs auf den Rückweg.

Der Westwind hat leider noch nicht gedreht und somit lassen wir’s gemütlich angehen. Machen noch einen größeren Schlenker nach Süden zum Bodden, welcher an Zingst anschließt und kommen nach ein paar Stunden wieder in Zingst an. Die Fahrt durch diese Landschaft war super und würden wir sofort wieder machen.

Durch die Zeitumstellung auf ihr Winterzeit am letzten Wochenende wird es hier im Norden schon ziemlich früh dunkel. Wir nutzen das und gehen zur blauen Stunde runter zur Zingster Seebrücke um den Sonnenuntergang und die erleuchtete Seebrücke zu fotografieren. Davor schauen wir noch kurz im Max Hünte Haus vorbei und besuchen kurz die Fotografie Ausstellung.

Die Sonne geht unter, die Lichter auf der Seebrücke gehen an… Wir hatten wieder einen tollen Tag und freuen uns schon auf morgen. Sofern das Wetter passt, geht’s dann auf die Insel Rügen.

  Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft Leise rieselt ... das Laub im Nationalpark Jasmund