Wir starten heute mit Wolken in den Tag, es ist kühler als die letzten Tage – mit nur 20 Grad.

Zuerst besichtigen wir das Kloster San Martiño Pinario. Das ist das nach der Kathedrale das zweitgrößte religiöse Bauwerk in Santiago de Compostela. Dementsprechend ist auch der Kreuzgang ungewöhnlich weitläufig und breit. Direkt daneben schließt sich die Kirche an, welche beeindruckend detailreich geschmückt und verziert ist.
Der Zugang vom Kreuzgang in die Kirche erfolgt durch ein Tor, welches zugeklappt als Seitenaltar erscheint. Dann gibt es keinerlei Anzeichen, dass es sich bei dem Altar um ein Tor handelt. Eine Art Geheimtor.
Der Altarraum und das Chorgestühl sind super aufwendige Holzarbeiten. Im Gegensatz zu vielen Kathedralen kann man den Altarraum hier betreten. Ist das hintere der Kirche eher schlicht gehalten herrscht hier vorne der Überfluss an Ornamenten, Holzschnitzereien und Malereien.



Das nächste Kloster liegt eher etwas am Stadtrand: San Domingos der Boneval. Der Kirchenraum leer, alles eher schlicht… Ein krasser Kontrast zum vorherigen Kloster.
Dazwischen laufen wir durch die Gassen. Es ist laut, Kinder spielen draußen auf den Plätzen und Autos quetschen sich durch enge Gassen.

Aus einer dieser Gassen erhaschen wir einen Ausblick von oben auf das Stadtzentrum.

Wir machen einen kurzen Stopp in der Markthalle Mercado de Abastos. Der Stopp kommt wohl etwas zu spät. Viele der Stände sind schon geschlossen. Die Fischverkäufer sind auch schon am Aufräumen. Dafür wird es gegen Mittag wieder voller in der Stadt.






Wir laufen Kreuz und quer durch die Gassen. Manche Klöster haben noch geschlossen. Die Bibliothek der Universität ist den Studenten vorbehalten. Wer kann’s ihnen verübeln.
Auf dem Platz vor der Kathedrale kommen die ersten Wanderer an. Es ist berührend zu sehen, wie emotional manche Ankünfte gefeiert werden. Woe es sich für die Pilger und Wanderer wohl anfühlt, nach Wochen des Unterwegs-Seins das erste mal die Kathedrale aus der Nähe zu sehen, den Platz zu betreten und somit am Ende einer langen Reise zu sein.

Nun bricht sich auch die Sonne durch die Wolken.
Gegen 17 Uhr füllt sich der Platz vor der Kirche. Sitzend, liegend, umarmend, mit Tränen in den Augen – das gleiche Bild wie gestern. Ankunftszeit, Freudenzeit. Ziele wurden erreicht, für den ein oder anderen ein Lebenstraum oder auch ein kleines Wunder. Einige Gruppen in bunten T-Shirts, manche laufen den Weg für einen guten Zweck.
Wir werden kurz noch einen Blick in den Innenhof des Pazo de Fonseca.





Abends laufen wir nochmals los. Wieder Kreuz und Quer durch die Gassen. Als es dunkler wird gehen die Laternen an. Nachdem wir gestern den Mondaufgang hinter der Kathedrale gesehen haben, warten wir heute auch noch einen kurzen Moment, ob er sich wieder blicken lässt. Die wollen ziehen allerdings so langsam wieder zu. Aber vielleicht klappt’s ja noch…


