Herbstspaziergänge im Allgäu

Gerade zurück von unserer Reise durch Schweden bei der wir bereits an einigen Stellen Glück mit verfärbtem Herbstlaub hatten, beschließen wir spontan an einem Sonntagnachmittag in’s Allgäu zu fahren. Auch hier strebt die Herbstlaubfärbung gerade ihrem Höhepunkt entgegen und der Tag ist perfekt geeignet für Spaziergänge oder kleinere Wanderungen in der warmen Herbstsonne.

Kurfürsten Allee Markt Oberdorf

Unser erstes Ziel liegt bei Markt Oberdorf. Die Kurfürstenallee ist eine knapp 2 Kilometer lange Allee gesäumt von bis zu 200 Jahre alten Linden. Über 600 Bäume stehen an dieser schnurgeraden Straße, die beim ehemaligen Fürstbischöflichen Schloss Marktoberdorf beginnt und immer wieder weite Blicke auf die Allgäuer Berge eröffnet. Die Blätter der Bäume leuchten in strahlendem Gelb vor dem wolkenlosen blauen Himmel. Läuft man in der Allee spitzelt die Sonne immer mal wieder durch das Blätterdach und wirft filigrane Schatten auf die gemähten Wiesen links und rechts neben der Allee. Wir schlendern gemütlich knipsend die komplette Allee entlang, bis zu ihrem Ende. Sonntag Nachmittag wahrlich kein Geheimtipp, aber trotzdem wunderschön anzusehen.

Vom Alatsee zur Salober Alm

Nach dem gemütlichen Spaziergang unter Linden fahren wir weiter Richtung Füssen. Es ist mittlerweile schon etwas später am Nachmittag und die Sonne steht bereits recht tief. Als wir am Alatsee ankommen liegt dieser noch schön in der Sonne, aber kurz nachdem wir auf den Weg hoch zur Salober Alm abgebiegen verschwindet die Sonne erst einmal hinter einem Berg. Auf einem breiten Fahrweg laufen wir hoch zur Salober Alm. Kurz vor der Alm erscheint die Sonne wieder hinter dem Berg. Sie wirft lange Schatten, am Himmel sind die kurzen Kondensstreifen vorbei ziehender Flugzeuge zu sehen und einige Wanderer sind auch noch unterwegs. Blickt man von der Alm Richtung Osten sieht man das Schloss Neuschwanstein, in der Ferne die Zugspitze und unten ein kleines Stückchen vom türkis schimmernden Alatsee. Den Schlenker zum Vier-Seen-Blick heben wir uns für das Frühjahr auf und so gehen wir nach einer kurzen Pause auf einer sonnigen Bank wieder hinunter zum Alatsee.

Sonnenuntergang am See

Den Sonnenuntergang wollen wir an einem der Seen genießen. Die Auswahl fällt nicht leicht. Forggensee? Weißensee? Hopfensee? Wir entscheiden uns für eine Kombination aus Forggensee und Hopfensee. Vom gegenüberliegenden Ufer des Forggensees hat man einen wunderbaren Blick auf die Berge und die beiden Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Die tief stehende Sonne verstärkt das Relief der Felsen. Oben auf dem Tegelberg spiegelt sich die Bergstation im Abendlicht. Der See liegt ruhig da, es geht kaum ein Wind und an den gegenüber liegenden Berghängen strahlen die bunten Farben der Laubbäume zwischen den dunkelgrünen Tannen hervor.

Den Sonnenuntergang wollen wir uns aber am Hopfensee ansehen. Dort fällt die Sonne hinter dem See in den Horizont. Zu dieser Jahreszeit genau genommen hinter einer Bergflanke am Horizont. Dies hat den bemerkenswerten Effekt, dass der Sonnenuntergang vom rechten Seeufer zum linken Seeufer wandert. Während das rechte Ufer schon ein paar Minuten lang im Schatten liegt, strahlt das linke immer noch im letzten Licht der untergehenden Sonne. Nach ein paar Minuten ist der Effekt vorüber. Es wird gleich frisch, sobald die Sonne komplett hinter’m Horizont verschwunden ist und so machen wir uns langsam wieder auf den Heimweg.

  Hamburg in vier Stunden