Armentara Wiesen bei Alta Badia

Und wieder einmal kam alles anders. Eigentlich wollten wir jetzt in Dänemark sein – Küste, Meer und Leuchttürme genießen. Stattdessen finden wir uns in Südtirol wieder. Schroffe Felsen statt feiner Sandstrand. Kirchtürme statt Leuchttürme. Nachdem wir bereits ziemlich viel an einem Roadtrip durch Dänemark getüftelt hatten mussten wir nun doch noch kurzfristig umplanen… Südtirol ist schließlich immer eine Reise wert! Und hier können wir uns dann ein paar Gedanken machen wie und wo uns unsere Reise weiter hin führen soll. Für’s erste sind wir ein paar Tage in der Nähe von Alta Badia, mitten in den Dolomiten.

Die Wettervorhersage für die nächsten Tage klingt erst einmal viel versprechend: 30 Grad und Sonne. Am Samstag morgen schauen wir aus unserem Fenster im Appartement (Chalets di Prades, sehr zu empfehlen). Der Himmel noch wolkenverhangen, 16 Grad. Kann ja noch werden, das mit dem Sommer und der Sonne. Es sollte sich noch zeigen, dass der Wetterbericht nicht ganz recht hatte… Aber dazu später mehr.

Für heute haben wir uns eine Wanderung in Alta Badia ausgesucht: Die Armentara Wiesen und die Heiligkreuz Kirche. Noch etwas müde und wenig motiviert laufen wir los (eigentlich wären wir genau jetzt auf dem Weg nach Aarhus in Dänemark gewesen). Das Wetter motiviert auch noch nicht so richtig: Wind und Wolken. Dafür lohnt der Weg umso mehr. Nach einem ersten Anstieg erreichen wir die Wiesen von Armentara. Selbst jetzt im Juli blühen noch viele Blumen. Wie muss es erst im Frühling hier aussehen? Immer wieder bleiben wir stehen. Ein toller Ausblick auf das Felsenmassiv oberhalb der hügeligen Wiesen, eine rote, lilienartige Blume in der Wiese, die genauer bewundert werden will oder ein kleiner Teich umgeben von im Wind wehendem Wollgras. Immer wieder ein Windböe, die die Wolken am Himmel voran treibt. Dann wieder Ruhe. Die Stimmung hier oben hat schon etwas nordisch rauhes … Wenn auch eher Norwegen als Dänemark.

Weiter oben wird der Weg steiniger. Wir nähern uns dem steil aufragenden Felsmassiv. Am Fuße gibt es hinter einem Schneefeld eine Schneehöhle. Eishöhlen stehen schon länger auf unserer Liste. Diese kommt überraschend, aber wir machen natürlich einen Abstecher hin. Man kann seitlich in die Höhle hinein gehen. Die gleichförmigen Muster im Schnee sind faszinierend. Weiter hinten in der Höhle kommt ein Wasserfall den Fels herunter. Wir haben Glück einen Moment erwischt zu haben, an dem wir alleine hier sind.

Am Fuße des Felsmassivs entlang führt uns ein schmaler Pfad vorbei in Richtung Hl. Kreuz, einer kleinen Kirche oben am Berg, unser heutiges Tagesziel. Die Kirche zum heiligen Kreuz ist ein lokaler Wallfahrtsort mit einem Wirtshaus, einem Kreuzgang und der kleinen Kapelle. Von hier an machen wir uns auf den Weg hinunter nach Alta Badia. es entlang der Seilbahn bergab zurück zum Auto.

Abends lockert der Himmel dann doch noch auf. Wir fahren eine kleine Runde über die Passstraßen der Umgebung. Valparola und Falzarego bieten herrliche Ausblicke. So spät am Abend sind nicht mehr viele Autos unterwegs und wir genießen die kurvigen Straßen in der Abendsonne. Die Rundtour komplett machen wir über Arabba zurück nach Stern. Das letzte Teilstück ist ein Teil der Sella Ronda, die wir morgen fahren werden.

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