Hinauf zur Seceda

Heute klingelt der Wecker etwas früher. Eine Wanderung steht auf dem Programm, die wir schon sehr lange einmal machen wollten. Wir wollen hoch zur Secada wandern. Nachdem die Wanderung und der Ausblick auf die Geißler Spitzen schon lange kein Geheimtipp mehr sind rechnen wir mit akuter Parkplatz-Knappheit.

Über den Grödner Pass fahren wir hinüber in’s Nachbartal nach Wolkenstein. Im Ortsteil Daunei gibt es einen kleinen Wander-Parkplatz, unser heutiger Startpunkt. Wir haben uns gegen die Gondeln und Sessellifte entschieden, weil wir eine etwas abgelegenere Route nehmen wollen.

Zunächst geht es durch den Wald auf einem breiten Schotterweg bergauf bis zur Regensburger Hütte. Über schmale, sich schlängelde Pfade geht es stetig bergan. Die Pfade sind gut ausgebaut. Man ist hier auf Touristen eingestellt, auch wenn wir die großen Touristenströme erst weiter oben antreffen werden. Unser Ziel ist das Gipfelkreuz und der Ausblick auf die steilen Flanken der Geißler Spitzen.

Vom Plateau oben hat man einen wunderschönen Ausblick auf die bekannten Berge Südtirols. Im Südwesten die Seißer Alm mit Plattkofel und Langkofel, daneben der Sella Stock, bekannt durch die Sella Ronda und direkt vor uns die Geißler Spitzen. Ganz hinten in der Ferne, wenn die Wolken den Blick freigeben, kann man auch die Marmolata erkennen. Aber am beeindruckendsten hier oben ist die Abbruchkante mit den Geißler Spitzen und dem Blick in’s Villnös Tal.

Diese Aussicht ist auch auf einfachem Weg zu haben: mit Seilbahn und Sessellift kommt man von Wolkenstein bequem nach oben. Wir freuen uns aber, das Ziel zu Fuß erarbeitet zu haben. Und legen uns erst einmal in die Sonne um die müden Füße zu schonen und das Panorama zu genießen.

Zum Abstieg wählen wir einen kleineren Pfad und genießen die nun eingekehrte Ruhe. Wir haben lange genug den Wolken zugesehen, bis nun die meisten Wanderer schon wieder unten sind. Am Wegrand sehen (und hören) wir noch ein Murmeltier! Das schrille Pfeifen schallt durch den Talkessel. Ab und zu ein Edelweiß am Wegesrand. Idylle pur … Fast schon zu kitschig. Zum Abschluss gönnen wir uns noch eine kühle Apfelschorle auf der Regensburger Hütte mit Sonne und Bergpanorama. Ein gelungener Tag.

Abends fahren wir nochmal die Sella Ronda. Jetzt mit deutlich weniger Verkehr. Zum Teil sind wir ganz einsam auf der Straße. Die tief stehende Sonne strahlt die Berge an. Bei einem kurzen Stopp schauen wir uns die kleinen weißen Gondeln, die hochfahren in die Scharte zwischen Platt- und Langkofel. Irgendwie erinnern sie einen an Zigarettenschachteln. Und wir entdecken einen neuen Pass, der landschaftlich traumhaft ist und auch der Fahrspaß kommt nicht zu kurz: Passo Pordoi.

Wir nutzen nun endlich Mal die Ausstattung unseres Mietwagens: Sporteinstellungen und Soundanlage. Die tiefstehende Sonne strahlt über die Straße, verwinkelte Kurven, neuer Belag. Dazu die melodischen Klänge von Nightwish. Das perfekte Abendprogramm…

  Sella Ronda im Sommer Die Plima-Schlucht am Ende des Martell-Tals