Die Plima-Schlucht am Ende des Martell-Tals

Nach einer längeren Fahrt quer durch Südtirol sind wir in Schlanders angekommen. Auf dem Weg von Alta Badia in’s VInschgau sind uns die Nachteile eines Urlaubs in der Hochsaison ziemlich deutlich vor Augen geführt worden. Morgens wollten wir am Pordoi Joch mit der Seilbahn hoch auf den Sella Stock … bei einer Wartezeit von über einer halben Stunde haben wir den Plan schnell verworfen und uns eine schöne, kurvenreiche Strecke in’s VInschgau ausgesucht. Vorbei am Karer See. Auf dessen Parkplatz wir zur Mittagszeit zwecks Überfüllung gar nicht erst zugelassen wurden. Und so waren wir relativ schnell in Meran. Allein aus Tradition haben wir in dem Supermarkt unserer Wahl in Meran eingekauft. Irgendwie fühlt sich die Ecke um Meran mittlerweile schon sehr vertraut an (was wir uns zugegebenermaßen noch vor einigen Jahren so gar nicht vorstellen konnten).

Hinter Meran sind es nochmals gute 40 Kilometer bis in’s Vinschgau. Dieses Mal wollen wir in der westlichen Ecke Südtirols die Gegend um das Stilfser Joch erkunden.

Es ist schon früher Abend als wir in’s Martell Tal fahren, ein wunderbares kleines Seitental, welches berühmt ist für seine hochgelegenen Erdbeerfelder. Wir haben natürlich gleich auf dem Weg noch frische Erdbeeren gekauft. Lecker. Unser Ziel ist die Plima-Schlucht im hinteren Martelltal. Wir fahren bis zum Talschluss, vorbei an einem tief türkisfarbenen Stausee mit beeindruckender Staumauer und vor uns liegt noch der schönste Teil der Straße: Auf einer engen, in den Fels gehauenen und zum Teil einspurigen Straße geht es am Stausee vorbei. Die letzten Höhenmeter am Talschluss erklimmt die Straße in engen Kehren mit teils mehr als 14% Steigung durch idyllischen Bergwald. Sicherlich eine der schönsten Straßen, die wir in den letzten Tagen gefahren sind.

Am Tal Ende beginnt der Weg durch die Plima-Schlucht. Der „Erlebnisweg“ lockt mit Aussichtspunkten die teils bizarr über die tiefe Schlucht ragen. Ein tolles Erlebnis am Abend.

Der erste Aussichtspunkt ist die „Kelle“. Die Kelle hängt über der Schlucht und um in den „Löffel“ der Kelle zu gelangen, muss man zuerst ein paar hohe Stufen nach unten in die Schlucht absteigen. Beeindruckend, wie diese Installation am Felsrand hängt und wie es sich anfühlt, über die hohen Stufen nach unten zu steigen.

Der zweite Aussichtspunkt, die „Kanzel“ befindet sich eine gute viertel Stunde bergauf. Auch sie ragt wie die Kelle über den Felsrand in die Schlucht hinein, auch sie ist in rostbraunem Eisen gehalten, im Gegensatz zur Kelle geht es aber ebenerdig über die Schlucht. Von hier hat man auch einen wunderbaren Blick talauswärts.

Um in die dritte Installation, die „Kanzel“ zu kommen, muss man ein paar Treppenstufen nach oben steigen. Die Ausblicke in die Schlucht sind auch von hier sehr sehenswert und von hier sieht man auch schon das Highlight des Erlebnispfads ein paar hundert Meter weiter oben in der Schlucht: Die Hängebrücke

Die Hängebrücke verbindet die beiden Seiten der Schlucht (was eben so das Wesen einer Brücke ist). In ihrer futuristischen, metallischen Gestaltung steht sie in einem coolen Kontrast zur rauhen Bergwelt rund herum. Die Brücke besteht aus einem Netz von silbernen Drähten und zwischendrin zahllose waagrechte Metallquader, die das Licht der tiefstehenden Abendsonne reflektieren. Zum Fotografieren ein Traum.

Und ach ja, nebenan ist noch der Wasserfall der Plima-Schlucht.

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