Herbstsonne auf der Seiseralm

Eine schlaue Erkenntnis, welche uns vor einigen Jahren auf einer Reise nach Paris bewusst wurde: Wenn man zur Zeitumstellung im Herbst unterwegs ist, gewinnt man eine Stunde zusätzliche Urlaubszeit. Was bei einem Urlaub von drei Wochen keinen allzu großen Impact haben dürfte, bei einem verlängerten Wochenende wirkt sich (zumindest prozentual) die zusätzliche Stunde etwas mehr aus.
Uns kam die Zeitumstellung auf die Winterzeit heute sehr gelegen, da wir uns so ganz entspannt eine Stunde früher auf den Weg zur Seiser Alm machen konnten. Erreicht man die Alm vor 9:00 Uhr morgens kann man mit dem Auto bis hoch nach Compatsch fahren und muss sich nicht in die Schlange vor der Seilbahn stellen.

Als wir oben ankommen steht die Morgensonne noch recht tief, die gelb gefärbten Bäume leuchten dadurch noch stärker und die Strukturen in der Felswand des Schlern-Mssivs kommen so noch besser zur Geltung. Wir haben uns eine Panorama-Runde vorgenommen. Mit sechzehn Kilometern kommen wir einmal um die zentrale Alm herum. Von Compatsch aus laufen wir los gen Osten. Zuerst an der Straße entlang, dann hoch zu einem Panorama Weg, von dem aus man fast die komplette Seiser Alm überblicken kann. Vor uns Plattkofel und Langkofel, rechts schon ein wenig weiter in der Ferne das Schlern-Massiv. Die Alm gibt sich heute in einer Mischung aus gelben und braunen Farbtönen. Das Gras auf den Wiesen ist gelb, die Lärchen tendieren eher schon zu einem Kupferrot (sofern sie noch Nadeln am Baum haben). Das Ganze im Kontrast zum hellen Grau der Felsen und zum Blau des Himmels.

Als Nachmittags dann noch Schäfchenwolken dazu kommen fühlt man sich manchmal wie in einer Kalenderblatt-Landschaft. Aber bevor die Schäfchenwolke die Szenerie betreten werden wir erst noch ein paar Kilometer laufen. Das nächste Ziel ist die Bergstation der Seilbahn von St. Ulrich. Nicht, dass dies eine Sehenswürdigkeit wäre, aber der Ausblick auf die Seceda und die Geislerspitzen, bei denen wir letztes Jahr gewandert sind, ist schon gar nicht so ohne.

Nun geht es einmal quer über die Alm in Richtung Langkofel nach Saltria, eine der tiefsten Stellen auf der Seiser Alm. Dabei immer im Blick die mächtigen Lannkofel und Plattkofel. Das Panorama im Osten wird auch immer besser. Der Blick geht hinüber zum Grödner Joch und dem Sella Stock. Saltria selbst liegt noch im Sommerschlaf. Vermutlich wartet das kleine Örtchen auf die Wintergäste, die ab Dezember die Skipisten bevölkern sollen. Wenn denn dann ein wenig Schnee vorhanden ist. Nachdem Saltria der niedrigste Ort der Tour ist, geht es danach auf einem schmalen Weg wieder hinauf. Und von da ab auf aussichtsreichen Wegen wieder zurück nach Compatsch.

Als wir die Seiser Alm verlassen steht die Sonne ähnlich tief wie heute Morgen, als wir gekommen sind. Die Tage werden merklich kürzer, Ende Oktober. Die Zeitumstellung haben wie dieses Jahr wieder einmal sehr effizient in die Urlaubsplanung eingebaut…

  Bergseen im Ultental Lärchen auf dem Saltener Hochplateau