Stille Pfade im Allgäu | Teil 2

Im ersten Teil der Serie zu stillen Pfaden im Allgäu haben wir uns die Gegend rund um Oberstaufen und die beiden Seen Weißensee und Alatsee bei Füssen näher angesehen. In diesem Teil fokussieren wir uns eher auf die Berge zwischen Wertach und Bad Hindelang. Gerade Wanderungen um Bad Hindelang sind in der Regel sehr beliebt und häufig spiegelt sich das auch auf den Wanderwegen wider. Aber selbst dort kann man noch an einigen Stellen in Ruhe die Natur genießen.

Wertacher Hörnle, Bad Hindelang

Den ersten Versuch dieses Jahr auf’s Wertacher Hörnle zu wandern haben wir gleich am Parkplatz in der Nähe von Unterjoch wieder beendet. Durch seine Lage in der Nähe von Oberjoch und Bad Hindelang, seine schönen Wege und der guten Aussicht ist der Berg vor allem bei Familien sehr beliebt. Was sich auch in der Anzahl freier Parkplätze an diesem Vormittag widerspiegelt. An diesem Tag haben wir uns dann für einen anderen Berg entschieden, wollten aber das Wertacher Hörnle trotzdem irgendwann noch besteigen.
Wieder zurück zu Hause suchten wir nach alternativen Wegen, und fanden eine schöne Variante, ausgehend von einem kleinen Wander-Parkplatz in der Nähe von Wertach.
Schon nach kurzer Zeit kommen wir an der unteren Bichler Alpe vorbei, die wir aber links liegen lassen. Es schließt sich ein Streckenabschnitt an, der größtenteils auf Waldwegen oder einer kleinen Teerstraße verläuft. Diesen Teil kann man auch gut mit dem Mountain Bike zurück legen. Weiter oben wird der Waldweg zu einem kleinen Steig, über den man zum Gipfel kommt. Vorbei an einem blau schimmernden See öffnet sich der Blick in’s Tannheimer Tal und die Berge rund um Bad Hindelang. In der Ferne kann man den Forggensee bei Füssen erkennen. Hier oben wird’s ein wenig bevölkerter, weil hier auch der Weg von Unterjoch hoch kommt. Die Wanderer verlaufen sich trotzdem ganz gut auf den Wiesen und Wegen, sodass man sich nicht zu sehr in die Quere kommt.
Nach einem kurzen Picknick am See unterhalb des Gipfels machen wir uns wieder auf den Rückweg. Wir wandern dieses mal mehr durch den Wald um uns einen Teil der Fahrstraße zu sparen und kommen so nach ein paar Kilometern wieder unten bei unserem Auto an.

Tourdaten: ca. 730 hm, 17,8 km, 5,5 h

Reuter Wanne, Wertach

Zwischen Wertach und Nesselwang, direkt am Grüntensee, liegt die Reuter Wanne. Durch die Lage in der ersten Reihe der Allgäuer Gipfel, hat man beim Aufstieg einen wunderbaren Blick in’s Alpenvorland, bis nach Kempten. Ist man allerdings erst einmal oben am Gipfel, schweift der Blick auch in die Berge hinein, Richtung Bad Hindelang, Tannheimer Tal und weiter bis zur Zugspitze. Es gibt mehrere Möglichkeiten für den Aufstieg. Wir wählten als Startpunkt den Campingpatz am Grüntensee. Zuerst geht es mäßig steil am Rand eines Skihangs nach oben. Der Waldrand spendet Schatten, sodass die sonnigen Temperaturen gut zu ertragen sind. Weiter oben wird der Pfad dann stellenweise etwas steiler. Aber immer noch so gut begehbar, dass uns ein paar mutige (?) Mountain Biker entgegen kommen auf dem weg nach unten. Je höher wir kommen, desto stärker bläst der Wind und desto besser wird das Panorama. Oben auf der Wiese beim Gipfelkreuz bleiben wir eine Weile und genießen die Aussicht. Für den Weg nach unten nehmen wir eine andere Variante über Waldwege. Wir laufen zuerst ein Stück Richtung Nesselwang und biegen dann ungefähr auf halber Strecke Richtung Grüntensee ab.
Eine zweite Variante hoch zur Reuter Wanne startet von Jungholz aus. Ein paar Wochen später wandern wir von Jungholz Richtung Edelsberg und kommen dann an einem Schlenker auch an der Reuter Wanne vorbei. Ebenfalls eine ruhige Wanderung ohne viele Menschen. Wobei uns der Aufstieg vom Grüntensee besser gefallen hat.

Tourdaten: ca. 680 hm, 12,5 km, 4 h

Es gibt noch viele weitere abgelegene und wenig begangene Touren in den Allgäuer Alpen, die sicherlich eine Erwähnung wert wären. Und manche der in dieser Serie beschriebenen Touren mögen manchmal auch nicht unbedingt still und ruhig sein. Aber zur richtigen Zeit am richtigen Ort kann man auch im Allgäu immer noch recht einsame Natur genießen. Wir sind schon gespannt, welche Touren wir im neuen Jahr noch entdecken werden.
  Morgenspaziergang rund um Ahrenshoop Nachts im Allgäu